Danke Mira für dein Vertrauen und deinen Mut.
@kuddelmuddel_vbm


Triggerwarnung


Hey,

ich bin Mira, 30 Jahre alt und habe rezidivierende Depressionen, Agoraphobie mit Panikstörung und allem voran eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung. Krankheiten die mich begleiten, aber auch zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.

Bis zu meinem 21. Lebensjahr war ich durch verschiedene Menschen immer wieder sexueller, physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Erst nach meinem schlimmsten Zusammenbruch 2015 – da war ich schon 3 Jahre in Therapie wegen Trauerbewältigung – redete ich darüber und war bis Ende 2017 dauerhaft in Kliniken. Zwei Mal jeweils über 6 Monate auf einer offenen Station. Vier Monate dazwischen in einer Traumaklinik.

Seitdem habe ich viel Mut gezeigt, über alles Belastende in ambulanter Therapie gesprochen und spätestens ab Anfang September lebe ich seit 9 Jahren das erste Mal ohne therapeutische Begleitung. In den letzten zwei Jahren war ich jeweils für 4-6 Wochen auch nochmal stationär, aber ich bin mittlerweile in der Lage Warnsignale schnell zu erkennen und Krisen leichter zu metabolisieren.

Man stelle sich vor, dass ich bis 2017 auch durchweg mit suizidalen Gedanken gekämpft habe, bis Corona meine Ruhe davor hatte und dann bis Frühjahr diesen Jahres wieder “rückfällig” wurde – die Gedanken waren wieder da. Heftiger als je. Die Krankheit hat mich fest im Griff.

 

Was ich mittlerweile weiß:

Irgendwann wird es immer wieder besser. Auch, wenn das viele nicht mehr hören können. Aber mir geht es jetzt wieder endlich besser. Und das erste Mal in meinem Leben würde ich sagen, ich bin frei und selig mit allem.

 

Das heißt natürlich nicht, dass ich jetzt “geheilt” bin. Ich weiß, dass ich immer wieder schlechte Phasen haben werde. Aber jetzt habe ich das Vertrauen darauf, dass es “nur” eine Phase ist. Dass ich durchhalten kann. Und dass Heilung nicht heißt, dass man gesund wird. Heilung steckt für mich in den kleinen und großen Erfolgen. In einer Sternschnuppe. In einem Sommergewitter. In meinem Mann und unserer Katze.

Das bedeutet für mich Glück. Das Sammeln von solchen Momenten.

Umärmelnde Grüße

Mira

Wie ich einfach lernte mein Leben zu lieben und meine Krankheit zu akzeptieren - Selfie mit Mira

Wie ich einfach lernte mein Leben zu lieben und meine Krankheit zu akzeptieren – Selfie mit Mira

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Chris

Mein Name ist Chris und ich habe Slowlow Lobster ins Leben gerufen.
Ich schreibe hier Beiträge rund um psychische Erkrankungen. Themen die mich persönlich betreffen, aber auch Themen die zur Aufklärung und zum Ende von Stigmatisierung beitragen.