Danke Lara für dein Vertrauen und deinen Mut.
@lara_krft_


Triggerwarnung


Ich bin Lara und 28 Jahre alt.
Es ist das erste Mal für mich, dass ich einen Bericht über mich und mein Leben mit ADHS präsentiere.

Es fing alles im Jahr 2017 an. Mit stolz bin ich in die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) gestartet, nachdem ich mit für meine Verhältnisse guten 3er Durchschnitt mein FOR an der Abendrealschule nachgemacht hatte.

Im ersten Ausbildungsjahr lief alles noch super. Es wussten alle das ich ADHS habe und dementsprechend anders lerne, also nach meinen Bedürfnissen und Können wurde ich super angelernt. Ich fing an Selbstständigkeit zu entwickeln, eben auf meine Art und Weise!

Im zweiten Lehrjahr begann mein Leben dann leider sehr zu bröckeln. Es wurden zwei neue Azubis eingestellt (was ja auch normal ist!). Doch ich bin leider so stark auf der Strecke geblieben, sodass ich nach meinem Sommerurlaub nur noch mit Bauchschmerzen zur Arbeit gegangen bin. 365 Tage zuvor war die Arbeit mein zweites Zuhause, ich bin immer gerne zur Arbeit gegangen!

Danach folgten Medikamentenwechsel (ich war früher super mit Medikinet eingestellt und heute im Jahr 2021 nehme ich es wieder und es geht mir super, sonst wären lange Texte schreiben auch unmöglich). Ich musste dann auf Anraten meines damaligen Arztes Elvanse Adult nehmen und habe nach jahrelangen rumtesten niemals die richtige Dosierung für mich gefunden.

Dann fühlte ich mich nicht mehr wohl bei dem Neurologen der auf ADHS spezialisiert war und bin in eine neue Praxis gewechselt. Anfangs war ich bei einem älteren Arzt und bekam mein altes Medikament Medikinet zurück. Ich war darüber super glücklich. Doch das Glück hielt nicht lange. Nach nur 3 Terminen erkrankte mein Arzt und da das Medikinet unter BTM fällt, ist auch nicht jeder Arzt qualifiziert es zu verordnen. Viele möchten dafür nicht die Verantwortung übernehmen (Was ich auch verstehen kann).

Dann kam ich zur “Vertretungsärztin”. Meine heutige Neurologin! Und seit dem 22.8.2019 bin ich in AU. Ich wurde dann auf Antidepressiva mehrmals eingestellt, da sie bei mir eine Depression diagnostizierte. Mein Gefühl bestätigte sich also. Die Erleichterung war sehr groß, nicht mehr in die Arbeit zu müssen.
Die ersten Wochen verliefen ok. Der große Nachteil bestand darin, dass ich die gesamte Zeit ohne Medikinet (ADHS Konzentrationsmedikament) leben musste. Irgendwann entwickelte ich dann leider unbewusst eine Tablettenabhängigkeit und landete Irgendwann in der offenen Psychiatrie. Dazu muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich seit sieben Jahren auf der ADHS-Ambulanz Warteliste stand! Und in den ganzen Jahren hatte sich nichts entwickelt außer meine Telefonphobie.

Die Antidepressiva wurden komplett und langsam abgesetzt und ich bekam bei dem Entlassungsgespräch ein Termin in der ADHS-Ambulanz!! Dort musste ich erneut eine umfangreiche Diagnostik durchlaufen. In dieser Zeit sind wir in meine alte Stadt umgezogen wo wir uns sehr wohlfühlen.
Dann Irgendwann wurde es Zeit für eine ambulante Reha die mir psychisch und körperlich sehr gut getan hat. Ich wurde arbeitsunfähig entlassen und brauchte auch gut 2 Monate um mir meinen strukturierten Alltag von Grund auf zu erarbeiten. Ich schämen mich auch nicht mehr für mich Selbst. Ich bin komplett weg von Antidepressiva und Schlafmedikation. Schreibe regelmäßig Tagebuch wenn ich es benötige, um mein Brain aufzuräumen. Das tut mir sehr gut. Die Fotografie ist zu meinem Hobby geworden und das “Bloggen” auf meinen Instagramprofil. Ich lebe seit acht Jahren in einer glücklichen Beziehung zusammen mit meinem Freund und Hund.

Meine Seele nun so zu öffnen viel mir nicht leicht und deshalb habe ich mich auch vorher nicht getraut zu schreiben.
Das Leben gibt uns Chancen, die wir nutzen sollten.

Liebe Grüße Lara

Mein Leben mit der Diagnose ADHS und Depression - Lara glücklich im Wald

Mein Leben mit der Diagnose ADHS und Depression – Lara glücklich im Wald

Wenn du auch auf der Suche zu dir selbst bist, würde ich dir gerne zwei Bücher zur Selbstfindung empfehlen.
Verändere dein Leben und zeige der Welt, wer du wirklich bist.


Chris

Mein Name ist Chris und ich habe Slowlow Lobster ins Leben gerufen.
Ich schreibe hier Beiträge rund um psychische Erkrankungen. Themen die mich persönlich betreffen, aber auch Themen die zur Aufklärung und zum Ende von Stigmatisierung beitragen.