Ein Jahr Corona Pandemie, viele Menschen sind im Homeoffice oder in der Kurzarbeit, dem Virus täglich ausgesetzt oder jonglieren mit Arbeit und Familie. Ob wir COVID-19 jemals in den Griff kriegen wissen wir nicht und bis wir unser altes Leben wieder zurück bekommen, werden wir weiter so Leben und uns einschränken müssen. Zumindest bis ein Großteil der Bevölkerung geimpft wurde. Bis dahin sollten wir gut auf uns aufpassen, damit wir unsere Psyche nicht auf der Strecke lassen. Denn Krankmeldungen wegen psychischer Beschwerden nahmen während der Pandemie um 80% zu. Nichtsdestotrotz steht fest, dass Menschen mit Krisen umgehen können.

 

Warum kommt es vermehrt zu psychischen Erkrankungen in der Pandemie?

Leider gibt es im Moment viele verschiedene Situationen, die von uns alles abverlangen.
Auf der einen Seite steht Angst und Sorge.

  • Angehörige, Familie, Freunde oder Bekannte erkranken an COVID-19
  • Ein potenziell tödlicher Virus befindet sich unter uns
  • Häusliche Gewalt nimmt zu
  • Betriebe melden Insolvenz an
  • Soziale Interaktionen und Freizeitangebote werden drastisch eingeschränkt

Alle diese Punkte lösen bei der:m einen mehr oder weniger Angststörungen und Sorgen aus. Während wir im ersten Lockdown noch zukunftssicher und voller Hoffnung die Einschränkungen akzeptierten, wird es für viele immer mehr ein Kraftakt. Die meisten halten sich weiterhin daran, aber das Vertrauen in die Politik fängt immer mehr an zu bröckeln und die eigene Gesundheit leidet sehr darunter.
Jede Altersgruppe empfindet die Pandemie anders, aber wir müssen uns alle an den neuen Alltag anpassen. Unter Umständen fallen diese Veränderungen Menschen die bereits psychische Beschwerden haben etwas schwerer als anderen. Außerdem kann es auch dazu kommen, dass Menschen die anfällig für Depressionen sind, sich zurückziehen und depressive Symptome entwickeln.

Auf der anderen Seite stehen Depression und Erschöpfung.

Diese schwierigen Zeiten sind eine Herausforderung für uns alle. Gesunde junge Menschen leiden auf einmal vermehrt unter depressiven Episoden. Andere verlieren den Sinn ihres Lebens und bei wiederum anderen potenzieren sich die bereits vorhandenen psychischen Beschwerden.

Wir wissen nicht wie sich die psychische Gesundheit während und nach der Krise entwickelt. Aber wir wissen, dass sie sich derzeit bereits auf einem besorgniserregenden Stand befindet. Die Nachfrage an Therapieplätzen ist so groß wie lange nicht mehr. Mit Hilfe von Online-Therapien wird versucht darauf flexibel zu reagieren, allerdings wissen wir nicht wie sich die Krise weiter entwickeln wird. Die Folgen der wirtschaftlichen Krise sollte langfristig gesehen auch nicht unterschätzt werden. Angststörungen und Depressionen werden eine deutliche Rolle in der Gesundheitspolitik spielen.

Es ist natürlich wichtig, dass wir einen Weg aus der Pandemie finden. Ich bin mir sicher, dass jede:r alles versuchen wird Menschenleben zu retten und zu schützen. Aber wir dürfen auch nicht unsere Psyche vergessen, denn diese werden wir nach Corona weiterhin im vollen Umfang benötigen.

Tricks gegen Angst und Depression in der Corona Pandemie - Nachdenkliche junge Frau vor zweifarbiger Wand

Tricks gegen Angst und Depression in der Corona Pandemie – Nachdenkliche junge Frau vor zweifarbiger Wand

Tricks gegen Angststörungen und Sorgen

Um gar nicht erst Ängste und Sorgen wegen der Pandemie zu entwicklen, solltest du auf seriöse Informationsquellen setzen. Schaue nicht stündlich nach den aktuellsten Corona News. Einmal am Tag reicht doch vollkommen aus oder?
Suche das Gespräch mit Familie oder Freunden und spreche deine Sorgen an. Zusammen könnt ihr Wege finden und euch gegenseitig unterstützen.
Wenn du alleine bist und Hilfe benötigst, dann kann dir auch ein Notfallkoffer helfen. Dieser Koffer beeinhaltet verschiedene Skills, die dir helfen deine Ängste und Sorgen zu vergessen.

 

Was sind Symptome einer Depression?

Hierzu empfehle ich dir einen Beitrag von mir: Warnzeichen einer Depression

 

Tipps zur Vorbeugung von Depressionen in Corona-Zeiten

In einer Depression werden Ängste, Sorgen und alles Negative noch größer wahrgenommen. Für Betroffene rückt die Einsamkeit und der veränderte Alltag stärker in den Fokus. Allerdings gibt es Wege wie man mit den Veränderungen umgehen kann. Hier gibt es ein paar Tipps.

  • Tagesplan, Wochenplan: Struktur ist in Zeiten der Krise das A und O. Gerne kannst du getrennte Pläne für dein Privatleben und Beruf entwerfen. Neben den ganzen Pflichten, sollte aber auch etwas angenehmes drauf stehen. Gönne dir auch mal eine Auszeit.
  • Aktivität: Wenn möglich sei aktiv. Mache ein bisschen Sport an der frischen Luft oder ein Workout zuhause auf der Matte. Bewegung tut gut und fördert deinen Kampf gegen die Erschöpfung. Für Familien kann ich außerdem die kostenlose Home-Rallye empfehlen.
  • Neues entdecken: Wie wäre es mit einer neuen Sportart oder einem neuen Hobby. Kreativität bringt dich auf andere Gedanken und lässt dich deine Sorgen für einen Moment erstmal vergessen.
  • Kontakte pflegen: Nutze die Gelegenheit um mit Familie und Freunden zu telefonieren oder einen Videochat zu starten.
  • Geregelte Schlafzeiten: Versuche deine Schlafzeiten weiterhin einzuhalten. Länger im Bett liegen bleiben oder Mittagsschlaf kann bei depressiv Erkrankten zu einer Verschlechterungen oder auch Schlafstörung führen.
Tricks gegen Angst und Depression in der Corona Pandemie - Erholung mit Buch und Kaffee

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Wie können Angehörige Betroffenen helfen?

Angehörige können Betroffenen helfen ihren Alltag neu zu strukturieren. Außerdem kann ein gemeinsam positiver Blick in die Zukunft Hoffnung bringen. Das planen einer Urlaubsreise nach der Pandemie z.B. kann die:n Betroffene:n auf andere Gedanken bringen.

 

Wo bekommst du Hilfe?

Wenn du depressive Symptome entwickelst oder deine psychischen Beschwerden sich verstärken, dann suche dir bitte Hilfe. Spreche mit anderen über deine Sorgen und Ängste und falls notwendig mache einen Termin beim Arzt. Diese haben auch innerhalb der Krise weiterhin geöffnet.

 

Fazit

Zu all dem negativen, gibt es aber auch etwas positives zu berichten. Psychische Erkrankungen werden derzeit, wie schon lange nicht mehr, deutlich offener von der Gesellschaft aufgenommen. Jede:r kennt doch mittlerweile irgendjemanden, die:er jemanden kennt, der:m die Pandemie auf die Psyche schlägt oder sogar deswegen an Depressionen, Ängsten oder Sorgen leidet.

Ich würde mir wünschen, dass das Verständnis auch noch nach der Pandemie weiter anhält und für uns Betroffene dadurch nachhaltig ein bisschen mehr Akzeptanz entgegen gebracht werden kann.

Bleibt gesund!


Chris

Mein Name ist Chris und ich habe Slowlow Lobster ins Leben gerufen.
Ich schreibe hier Beiträge rund um psychische Erkrankungen. Themen die mich persönlich betreffen, aber auch Themen die zur Aufklärung und zum Ende von Stigmatisierung beitragen.